Basisinformationen
Das Internet ist ein Netzwerk aus zahlreichen Computern, das es erlaubt,
Informationen, die auf allen Rechnern gespeichert sind, jedem zugänglich
zu machen, der Zugang zu diesem Netzwerk hat
Der Grundbaustein des Internet ist ein einfaches Netzwerk,
dessen "Protostruktur ... aus zwei Rech-nern A und B [besteht], die
miteinander verbunden sind und zwischen denen Informationen ausgetauscht
werden können."
Zum eigentlichen Netzwerk wird die Struktur, wenn ein dritter Rechner
C mit den beiden anderen verbunden wird. Auf diesem Rechner können
nun nicht nur Informationen von A, sondern auch von B abge-rufen werden.
Ruft nun Rechner C Informationen von B ab, dem Rechner, der nicht direkt
mit C verbunden ist, so nennt man C Client und B Server. Rechner A, der
C sowohl als Zugang zum Netz als auch als Datenübermittlungsknoten
dient, nennt man Host (Abb. 1). |
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Die Gründung der ARPA
Trotz seiner jungen Erfolgsgeschichte lassen sich die Anfänge des Internet
bis in die 50-er Jahre des Kalten Krieges zurückverfolgen. Anlässlich
des 'International Geophysical Year' 1957 beschlossen die USA, mehr Informationen
über die Erdoberfläche zu sammeln; zu diesem Zweck beabsichtigte
man, einen Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Doch die UdSSR kam
diesen Plänen zuvor und sandte im selben Jahr ihren Sputnik 1 ins Weltall.
Der augenfällige technologische Fortschritt der UdSSR versetzte den USA
einen ernüchternden Schock und sie reagierte unverzüglich mit der
Gründung der Advanced Research Projects Agency (ARPA), um den Rückstand
aufzuholen. Die ARPA hatte ihren Sitz im Verteidigungsministerium und mit
ihr stellte man Forschung und Technologie in den Dienst der Landesverteidigung,
denn in Zukunft wollte man gegen den Vormarsch des 'Feindes' in Wissenschaft
und Technik gewappnet sein. Die ARPA arbeitete mit einem ansehnlichen Budget
und beschäftigte rund 200 Forscher, die auf verschiedene wissenschaftliche
Richtungen verteilt waren. In der computerwissenschaftlichen Abteilung der
ARPA setzte man sich mit der Datenübermittlung im Falle eines nuklearen
Krieges auseinander: Es galt, die elektronischen Kommunikationswege gegen
die Folgen eines atomaren Schlages zu sichern.
Das dezentralisierte Netzwerk
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Unter den von der ARPA unterstützten
Forschern war auch Paul Baran von der RAND (Research and Development)
Corporation, dem "Think Tank" des amerikanischen Militärs,
der 1964 zum obigen Problem eine wissenschaftliche Arbeit verfasst hatte.
Bis dahin bestanden die Kommunikationsnetzwerke aus aneinander geketteten
Knoten, und jeder Knoten im Netzwerk hing von der systemsteuernden Zentrale
ab (Abb. 2). Wurde nun die Zentrale zerstört, so war das gesamte
Netzwerk unbrauchbar. Um im Falle einer Zerstörung den Datenfluss
zwischen den vernetzten Computern gewährleisten zu können, musste
ein Netzwerk ohne Zentrale, in dem alle Netzwerkknoten gleichberechtigt
waren, geschaffen werden. Baran stellte sich dieses neue Kommunikationsnetzwerk
wie ein Fischernetz vor (Abb. 3). |
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Barans Vorstoss
vermochte nicht, das Pentagon zu überzeugen und wurde nicht weiter berücksichtigt.
Anderen Wissenschaftlern jedoch diente Barans Arbeit als Denkanstoss und Antrieb,
weiter Forschung in diesem Gebiet zu betreiben. So versuchte man beispielsweise
1968 im National Physical Laboratory in England, ein Testnetzwerk nach Barans
Prinzipien aufzustellen. Erst nach diesem internationalen Echo auf Barans
Theorie beschloss man im US-Verteidigungsministerium, der ARPA Geld zur weiteren
Erforschung des dezentralisierten Netzwerks zur Verfügung zu stellen.
Das
ARPANET
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An
der UCLA arbeiteten verschiedene Forscher an diesem Netzwerk. Ihre Aufgabe
war es, aus der bereits existierenden Theorie ein funktionstüchtiges
Netzwerk zu entwickeln. Neben Vinton Cerf, dem sogenannten Vater des Internet,
arbeiteten dort auch Wissenschaftler wie Robert Kahn, Leonard Kleinrock,
Stephen Crocker, John Postel und viele andere, die heute noch zu den führenden
Köpfen in der Internet Technologie gehören. Wie Cerf selbst
beschreibt, ergab sich eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen
Experten: |
| "We
struck up a very productive collaboration. [Robert Kahn] would ask for
software to do something, I would program it overnight, and we would do
the tests." Die Arbeit am Netzwerk gestaltete sich jedoch langatmiger
und komplizierter, als man sich dies vorgestellt hatte. So ergaben sich
beispielsweise immer wieder Probleme, mit denen die Forscher nicht gerechnet
hatten, so zum Beispiel das Problem des |
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"reassembly
lock-up", das auftrat, weil man wegen der beschränkten Speicherkapazität
der damaligen Rechner die gesandten Nachrichten empfangen, jedoch nicht mehr
ordnen konnte.
1969 gelang es den Forschern der UCLA schliesslich, die erste Version eines
funktionstüchtigen Netzwerks zu entwickeln. Die Hosts dieses Netzes waren
die damals sehr schnellen und leistungsfähigen Rechner der UCLA, des
Stanford Research Institute, der University of California in Santa Barbara
und der University of Utah in Salt Lake City (Abb. 4). Das immer noch sehr
rudimentäre Modell dieses Netzwerks wurde während der folgenden
Jahre weiterentwickelt, so dass das ARPANET 1971 21 Hosts (Abb. 5) und 1981
schliesslich 213 Hosts verband, wobei alle 20 Tage ein neuer zugeschaltet
wurde.
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